Babygräber in Kambira

In den alten Traditionen der Toraja wurden Babys, die gestorben waren bevor sie erste Zähne hatten, in Baumgräbern beerdigt, Passiliran genannt. Ein Loch wird in den Stamm eines Tarra Baumes gegraben. Je höher der Status der Familie des Babys, desto höher im Baum ist das Loch. Das Baby wird ohne Kleidung und in stehender Position in sein Grab gesetzt, so dass es mit dem Baum wachsen und die Sonne erreichen kann. Tarra Bäume produzieren viel Saft, die als die Muttermilch der neuen Mutter, des Baumes, gilt. Das Baby kehrt so in die Gebärmutter zurück, es ist gerettet und wird wiedergeboren werden. Nach rund 20 Jahren wird das Loch und dessen Inhalt verschwunden sein und eine Einheit mit dem Baum bilden. Neue Gräber können entstehen. Es gibt viele solcher Bäume in Toraja, in der Regel hat jedes Dorf seinen eigenen Baum, die meistens tief im Wald liegen. Heutzutage hat die Tradition der Babygräber jedoch weitesgehend aufgehört zu existieren, es werden nur noch sehr wenige Babys auf diese Weise beerdigt.

In Kamibira steht ein sehr alter Tarra Baum in der Mitte eines Bambushains. Kleine Türen aus Palmfasern bedecken seinen Stamm. Der Baum wird nicht mehr als Grabstätte verwendet; es ist 50 Jahre her, dass das letzte Baby hier begraben wurde.

Zugänglichkeit

Der Babygräberbaum steht am Ende einer relatif langen aber nicht steilen Treppe. Unser Team kann Ihnen behilflich sein dorthinzugelangen, wenn Sie dies wünschen – und wenn das Wetter trocken ist.

Für ausführlichere Informationen mit Fotos über die Zugänglichkeit in Kambira kontaktieren Sie uns bitte.

Dach in Kambira