Typischerweise besteht eine Torajasiedlung aus Häusern (Tongkonan), Kornkammern (Alang), Begräbnisstätten (liang), Zeremonialplätzen mit Hinkelsteinen (Rante), Reisfeldern, Bambuswäldern und Weideland für Büffel und Schweine. In der Siedlung Kete Kesu sind all diese Komponenten noch vorhanden. Sie ist neben anderen herausragenden Orten in Toraja als UNESCO Weltkulturerbe nominiert.

Tongkanan in Kete  Kesu

Sechs Tongkonan (Traditionelle Häuser), einige von ihnen sind etwa 300 Jahren alt, stehen gegenüber 12 Kornkammern. Die Tongkonan sind immer nach Norden ausgerichtet, da nach altem Glauben die Vorfahren aus dem Norden kamen, und dort werden wir alle auch wieder hin zurueckkehren. Die Häuser in Kete Kesu werden heutzutage nicht mehr zum Wohnen, sondern als Versammlungsorte und für Zeremonien genutzt. Reiche Schnitzereien bedecken die Häuser, jedes Ornament hat seine eigene Bedeutung – der Hahn, zum Beispiel, stellt Gerechtigkeit dar, da der Besitzer desjenigen Hahnes, der in einem Hahnenkampf gewinnt, als die Person im Recht galt. Kete Kesu war eines der ersten Dörfer in Toraja. Die Tongkonan, im 17. Jahrhundert erbaut, standen ursprünglich verstreut in den Bergen. Erst im Jahre 1919 wurden sie an den heutigen Standort verlegt um gemeinsam ein Dorf zu bilden, so dass die Menschen besser zusammenkommen- und arbeiten konnten. 

Am Rande des Dorfes liegt ein Gräberfeld in einer vertikalen Klippe. Es gibt hier verschiedene Stile von Gräbern zu bestaunen: Während der Friedhof über 500 Jahre alt ist, gibt es auch moderne Gräber in Form von Häusern unterschiedlicher Typen und Größen, die am Eingang des Friedhofs errichtet wurden.

 Moderne Gräber
 Hängendes Grab

Hängende Gräber sind das Merkmal der Kete Kesu Grabstätte: Särge stehen auf Holzbalken, die aus der Klippe herausragen. Während einige noch gut erhalten sind, sind andere mit der Zeit zerfallen und zu Boden gestürzt. Entlang der Klippe verstreut liegen alte Särge und ihre Überreste. Sie können nicht ohne eine neue Zeremonie weggeräumt werden, sondern müssen dort bleiben (in etwa), wo sie hinfielen.

Die meisten Särge sind boot-förmig, andere stellen Häuser, Schweine oder Büffel dar. Tau Taus, die hölzernen Puppen der Verstorbenen, schauen von ihren Balkonen hinunter und tragen zu der gespenstigen Atmosphäre bei. Mehrere tiefe Löcher führen in den Felsen und werden als Ruhestätten für ganze Familien genutzt. Überall findet man Schädel und Knochen, zusammen mit Zigaretten, Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken, die den Verstorbenen auf ihre Reise in ein neues Leben mitgegeben wurden.

 Ein Sarg und seine Reste

Zugänglichkeit

Das Dorf selbst ist sehr einfach zu erkunden. Aufgrund einiger Stufen ist es etwas schwieriger, zu den Felsengräber am Dorfrand hinunterzugelangen. Unser geschultes Team wird Ihnen dabei behilflich sein. Für ausführlichere Informationen mit Fotos über die Zugänglichkeit in Kete Kesu kontaktieren Sie uns bitte.