Prambanan

Der Prambanan, UNESCO Weltkulturerbe und größtes Hindu-Heiligtum in Südostasien, ist wohl der prächtigste unter den hunderten von Tempeln in Yogyakartas Umgebung. Eine Inschrift aus dem Jahre 856 lässt darauf schliessen, dass der Tempelbau seine Endphase unter der Herrschaft von Rakai Pikatan Jatiningrat erreichte, der in dem Gebiet zwischen 840-856 n.Chr regierte. Aufgrund seiner Grösse muss der Bau jedoch schon mehrere Jahrzehnte früher begonnen haben.

Der Komplex bestand ursprünglich aus mehr als 200 Schreinen, die den Innenhof mit seinen zentralen Heiligtümern, trimurti, den drei wichtigsten Hinduistischen Göttern Brahma, Vishnu und Shiva, umschlossen. Der massive zentrale Tempel, Shiva in seiner Rolle als Zerstörer gewidmet, erhebt sich 47 Meter hoch in den Himmel. Er wird von zwei ebenso beeindruckenden Türmen flankiert, etwas mehr als zwei Drittel so hoch. Gegenüber dieser drei wichtigsten Gebäude stehen die Tempel der drei “Begleiter’, die Reittiere der Götter: Garuda ist der mythische Riesenvogel Visnus; der Stier Nandi und Hamsa der Schwan sind die Fahrzeuge Shivas und Brahmas. Die zentrale Plattform wurde renoviert und ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Von den meisten der umliegenden Schreine sind heute nur noch Haufen verstreuter Steine übrig.

Das Heiligtum ist in einen weitläufigen Park eingebettet, der drei weitere Tempel enthält: Lumbung, Bubrah und Sewu, allesamt buddhistisch und etwas früher als der hinduistische Prambanan erbaut. Lumbung wird im Moment renoviert. Vom Bubrah, was auf Javanisch passenderweise “beschädigt” oder “gebrochen” heisst, steht heute nur noch die Basis. Die umfangreichen Überreste des Sewu, Indonesiens zweitgrößter buddhistischer Tempel, sind hier beschrieben.

Insgesamt stehen 16 Tempel und Schreine auf dem zentralen Innenhof. Die meisten der Tempel können betreten werden, einige ihrer Kammern enthalten noch die Statuen von Hindu-Göttern, verharrend im Dunkeln. Die Wände der oberen Galerien sind mit dekorativen Skulpturen und Reliefs bedeckt, die Hindu-Epen erzählen.

Prambanan am Abend

Shiva Temple

Die östliche Kammer enthält eine drei Meter hohe Statue von Shiva; eindrucksvoll sind die Statuen von Durga in der nördlichen und Ganesha in der westlichen Kammer. Die südliche Kammer enthält ein kleineres Standbild von Agastya. In der populären Legende verkörpert Durga die schöne Prinzessin Lara (oder Rara) Jonggrang, die zu Stein wurde, nachdem sie listig die Ehe mit ihrer Vaters (ein Riese namens Ratu Boko) Feindes zu vermeiden versuchte.

Prambanan- Ganesha

Vishnu & Brahma Tempel

Der Vishnu-Tempel an der Nordseite, und, vielleicht bemerkenswerter, Brahmas Gebäude im Süden enthalten Statuen ihrer jeweiligen Götter. Die Reliefs auf Brahmas Tempelwand erzählen eine Episode des Ramayana, den Krieg von Rama und der Affenarmee gegen Rahwana und die damit verbundene Befreiung von Sinta, Ramas Ehefrau.

Nandi, Angsa & Garuda

Von den gegenüberliegenden Tempel enthält nur noch der mittlere eine Statue, Nandi den Stier.

Zugänglichkeit

Es gibt mehrere Wege, darunter auch ein Seitenaufgang der normalerweise gesperrt ist, um auf den zentralen Hof des Prambanan zu gelangen, und zwischen den beeindruckenden hohen Tempelgebäuden zu wandeln. Wegen steil und unebener Treppen sind die Schreine selbst nicht leicht zu besteigen. Unser Team steht jedoch bereit um denjenigen zu helfen, die einen Blick in eine der oberen Kammern werfen wollen, wo Statuen der Hindu-Götter geisterhaft in der Dunkelheit verweilen. Mit unseren tragbaren Rampen werden kleinere Treppen überwunden.

Besucher mit Sehbehinderung können die Reliefs mit Handschuhen ertasten. Ein Führer steht zur Verfügung um deren mythischen Erzählungen zu erklären.

Für ausführlichere Informationen mit Fotos über die Zugänglichkeit am Prambanan kontaktieren Sie uns bitte.